{"id":5235,"date":"2021-01-14T16:03:30","date_gmt":"2021-01-14T16:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/test5.ottohainzl.at\/?post_type=portfolio&#038;p=5235"},"modified":"2021-03-24T14:56:26","modified_gmt":"2021-03-24T14:56:26","slug":"die-kehrseite","status":"publish","type":"portfolio","link":"https:\/\/test5.ottohainzl.at\/en\/die-kehrseite\/","title":{"rendered":"Die Kehrseite"},"content":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h3>Beleuchtung der Kehrseite<\/h3>\n<p>Wie zeitnahe legt man sich mit seinen k\u00fcnstlerischen Inhalten an Ereignisse? Soll man \u00fcberhaupt reagieren?<\/p>\n<p>Parallelhandlung: Der Himmel wird leer. Das undenkbare wird nicht nur gedacht sondern m\u00f6glich. Die Reaktion auf ein Virus ver\u00e4ndert innerhalb weniger Wochen unser gesamtes gewohntes Gef\u00fcge. Keine Flugzeuge am Himmel, keine Fahrt zur Arbeit.<\/p>\n<p>Kurz nach dem ersten lockdown im Fr\u00fchjahr 2020 die Umkehrung Kafkas: Aus dem Schloss wird ein open call ausgesendet. Die O\u00d6 KulturGmbH (sic!) ruft zu einer Summer Exhibition ins Linzer Schloss, nimmt Bezug auf die Royal Academy in London, auf deren Summer Exhibitions. Das Format ist eine blitzschnelle Reaktion auf die Ereignisse.<\/p>\n<p>Der Stachel dabei: Der Call verlangt Arbeiten die im Jahr 2020 entstanden sind, nimmt aber bewusst keinen Bezug auf die Pandemie. Es scheint jedoch klar, dass man diesen Bezug will und \u00fcber die zeitliche Dimension einfordert. Berichte \u00fcber das Virus haben im J\u00e4nner eine breitere \u00d6ffentlichkeit erreicht, sp\u00e4testens im M\u00e4rz kommt es in \u00d6sterreich an.<\/p>\n<h4>Man reagiert immer<\/h4>\n<p>K\u00fcnstlerische Arbeit ist sehr aufw\u00e4ndig. Das eigene Empfinden fliesst in die Bilder. Von der Kamera bis zur Wand an welcher das Bild ausgestellt ist liegt oft ein weiter Weg. Man erkennt was einem in der Welt wichtig ist und setzt sich automatisch damit auseinander. Es gibt kein nicht-reagieren &#8211; selbst wenn ich keine Bilder mache die explizit Corona zum Inhalt haben.<\/p>\n<p>Es kommt zum Entschluss \u203aDie Kehrseite\u2039 zu formulieren. Die eingereichten Aufnahmen zeigen Pakete, jedoch lediglich ihre Kehrseite. Nat\u00fcrlich hat diese Arbeit eine stark symbolisch\/philosophische Komponente. In einem Pandemie Kontext gestellt, ist die Frage was ist eigentlich die Kehrseite der Pandemie? Die Pandemie wird negativ rezensiert, also muss die Kehrseite positiv sein. Die Betrachter*in kann genau danach fragen.<\/p>\n<p>Es wird aber auch das Thema Datenschutz thematisiert. Die Betrachter erfahren nicht von wo die Pakete kommen, nicht wer die Empf\u00e4nger sind. Im Zuge der Pandemie ger\u00e4t der Datenschutz weiter unter Druck. Zum Beispiel werden die Bewegungsdaten der \u00f6sterreichischen Mobiltelefonnuter*innen ohne Nennenswerten Diskurs an die Regierung \u00fcbertragen um nur ein Beispiel zu nennen. Also eine weitere Kehrseite. In dieser Arbeit bleiben Daten von Sender und Empf\u00e4nger bewusst verborgen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_single_image image=&#8221;7476&#8243; img_size=&#8221;large&#8221; alignment=&#8221;center&#8221;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Noch eine Komponente wird anhand dieser Ausstellungsteilnahme diskutiert: Wann entsteht ein Werk, was ist sein Entstehungszeitpunkt? Ist es die einhundertstel Sekunde der Aufnahme? Ist es jener Augenblick als ich unter der Dusche stehe und die Idee dazu habe? Oder ist es ein ganzer Zeitraum.<\/p>\n<p>Nun gebe ich preis, es sind Pakete die s\u00e4mtlich an mich adressiert waren. Pakete aus dem Versandhandel, der ja in der Pandemie eine neue Bedeutung gewonnen hat, die uns strukturell noch lange besch\u00e4ftigen wird. Jedoch stammt keine einzige Aufnahme aus dem Jahr 2020, alle sind vorher entstanden, manche lange vorher. Sie ruhten einfach in meinem Fundus. Verletzte ich hier die Bedingungen der Ausschreibung?<\/p>\n<p>Ich habe beschlossen, ich datiere die Aufnahme mit jenem Augenblick unter der Dusche. Also mit jener kurzen Zeitspanne in der mir klar wurde wie ich auf die Ausschreibung und ihre implizite Thematisierung der Pandemie reagieren m\u00f6chte. Jene Augenblick also wo mir klar wurde dass ich hier strukturellen Wandel, Datenschutz, den leeren Himmel, die Frage nach dem Gestehungszeitpunktes eines Kunstwerkes elegant verpacken kann. Freilich \u00f6ffnet sich vieles aus diesem Paket erst nach und nach.<\/p>\n<p>Die ausgestellten Arbeiten aus der Serie Kehrseite wurden vom Land Ober\u00f6sterreich angekauft.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Beleuchtung der Kehrseite Wie zeitnahe legt man sich mit seinen k\u00fcnstlerischen Inhalten an Ereignisse? Soll man \u00fcberhaupt reagieren? Parallelhandlung: Der Himmel wird leer. Das undenkbare wird nicht nur gedacht sondern m\u00f6glich. Die Reaktion auf ein Virus ver\u00e4ndert innerhalb weniger Wochen unser gesamtes gewohntes Gef\u00fcge. Keine Flugzeuge am Himmel, keine Fahrt zur Arbeit. 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