Month / April 2016

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  • Übrigens, wer sind WIR eigentlich?

    Es geht mir bei dieser Reise entlang der E75 darum, uns als Gesellschaft zu reflektieren, weil es mir überhaupt in meiner Arbeit wichtig ist, uns als Gesellschaft zu reflektieren. Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, daher bin ich Fotograf geworden. Was aber will ich mit meiner Fotografie? Diese Frage stellt sich jedem, der einen Auslöser drückt, sobald er das erste Mal seine Bilder einer Öffentlichkeit präsentiert. Auch der Auslöser der Smartphonekamera stellt diese Frage. Facebook ist Öffentlichkeit, selbst die Pinnwand in der Küche oder Büro sind Öffentlichkeit.

    Man muss die Frage, was man mit seiner Fotografie will, nicht explizit beantworten. Doch implizit hat man sie mit dem Bild auf der Pinnwand, mit dem ersten Posting im Netz oder mit der ersten Ausstellung beantwortet. Möchte ich zeigen, dass ich meine Kamera beherrsche, ein toller Fotograf bin? Möchte ich zeigen, was ich ständig Tolles erlebe, zeige ich…

    Die Liste der Ansätze ist unendlich lang, die persönliche Antwort eine Überlagerung dieser Möglichkeiten. Auch ich gab die Antwort implizit durch meine ersten Publikationen, um mir erst langsam darüber bewusst zu werden, wo mein Ansatz liegt. Klar wurde mir, ich verfüge über eine sehr gute Beobachtungsgabe, will uns als Gesellschaft beobachten und diese Beobachtungen …

  • Ohne Titel

    legacypetrolstation

  • Heisses Brot

    Hotel Hamburg, wieder einmal ein Zimmer, herrlich. Doch im Hotel Hamburg wird kein Deutsch gesprochen. Ich selbst spreche rund acht Worte serbisch, der Kellner ebensoviel Englisch. Kommunikation als Herausforderung, als kreativer Akt. Doch wir kommen zurecht. Als ich nach mehreren Versuchen ‚Hot Bread‘ bestelle, also heisses Brot, bekomme ich schliesslich doch noch meinen Toast.

    porkSalami

  • Wohin führt uns die E75

    Nachtrag zu Griechenland: Das Bild aus dem Post „Ernährung entlang der E75“ weiter unten, steht natürlich ganz im Gegensatz zu meinem inneren Bild der griechischen Lebensart. Doch es ist natürlich eine Realität. Ich erfahre auch ein ganz anderes Griechenland.

    In den Lokalen hat man pure Freude daran, dem Gast etwas Gutes zu servieren. Da geht es nicht nur um das Geschäft, sondern eben um die Freude. Gestern zum Beispiel brachte mir der Wirt die Speisekarte um sie dann erst gar nicht auf den Tisch zu legen. Hier ist es Brauch, so seine Einleitung, dass… Entsprechend glücklich verlasse ich um einiges später das Lokal.

    Dann wieder der Supermarkt: Sitia, in meinem Scheibenmodell „Ende der Welt“, wo ich das Ernährungs-Bild aufgenommen habe: Die Pistazien, ein zutiefst griechisches Produkt, sind aus Kalifornien, die Walnüsse aus Deutschland. Bei den Oliven hab‘ ich mir dann nicht mehr schauen getraut. Langsam aber sicher wird mir die Notwendigkeit der Europastrasse nach Sitia klar.…

  • Zeitsprünge

    Nun bin ich also im nächsten Land angekommen, durch das die E75 führt. Erneut geschichtsträchtiges Pflaster, über welches ich mich hier bewege. Interessant finde ich die Übersetzungen auf dem Schild zueinander.

    Benutzte Alexander der Grosse die E75 tatsächlich? In seinem Zusammenhang ist jedenfalls die historische Region Makedonien zu verstehen. Diese umfasste neben dem heutigen Mazedonien auch das nördliche Griechenland, Teile Bulgariens sowie einen sehr kleinen Teil Albaniens. Langsam wird klar warum die Trademark Mazedonien so wertvoll ist. Vom historischen Makedonien wiederum ging die Hellenisierung aus. Alexander der Grosse hatte gute Strassen zur Verfügung.

    Übrigens habe ich gestern noch einen anderen Zeitsprung gemacht, bin nun in der mitteleuropäischen Zeitzone angekommen und nicht mehr in der osteuropäischen unterwegs. So ist es in Zentraleuropa. Es wird noch weitere Zeitsprünge geben!…

  • Catena Mundi

    Das Ende der Welt mitten an der Europastrasse. Die E75 hat also viele Enden! Was mathematisch gesehen für eine Linie, die eine jede Strasse nun einmal ist, extrem bemerkenswert ist. Aber hier erzähle ich vom ‚Catena Mundi‘, dem Ende der Welt. So sagten zumindest die Römer zu …

  • Idomeni

    Idomeni

    Idomeni, ein landschaftliches Idyll, aber kein menschliches. (Der weisse Punkt im rechten Bildteil, halbe Höhe ist das Flüchtlingslager)

    idomeni02

    „Information“ eine subjektive Ware.

    idomeni01

  • Schlüssel

    Kurz vor der makedonischen Grenze will ich noch tanken. Trotz allem bedeutet für mich eine Grenze wieder einen Aufbruch in Unbekanntes. Da finde ich es ganz gut, gut organisiert zu sein. Die E75, hier eine klassische Fernstrasse wie ich sie mir am Balkan vorstelle: Schnurgerade so weit das Auge reicht, zweispurig plus Pannenstreifen, doppelte Sperrlinie, was immer sie genau bedeuten mag.

    Die Tankstelle ist von Weitem zu sehen, aus der Nähe jedoch fast nicht mehr zu erkennen. Das Areal ist vollgepflastert mit Flüchtlingszelten. Ich bahne mir meinen Weg durch das kleine Dorf, halb so viele Einwohner wie in meiner Heimatgemeinde. Zwischen 1.500 und 2.000 Leute leisten mir Gesellschaft beim Tanken.

    Ich bleibe ein wenig. Am Abend gehe ich mit freiwilligen Helfern in ein Lokal. Plötzlich legt einer der Helfer einen Schlüssel auf den Tisch.

    Schlüssel

    Es ist der Hausschlüssel eines Syrers, gibt ihn ihm mit den Worten: „Ich schenk‘ ihn Dir, ich brauche ihn nicht mehr.“…

  • Zeit für Abschied

    Es ist an der Zeit, Abschied vom Meer zu nehmen. Ich freue mich auf das Nächste.

    Aegean

  • Bratei